Hallo Drachenfreunde!

Am 18. Oktober 2026 ist es wieder soweit. In Möhnesee-Theinigsen treffen sich von 11 bis 18 Uhr Jung  und Alt auf dem alljährlichen 18. Drachenfest rund um den Gasthof Schulte.


Was fliegt denn da?

Der Herbst ist da, die Tage werden kürzer und die Ernte auf den Feldern ist eingebracht. Was gibt es Schöneres, als die letzten warmen Sonnentage im Freien zu genießen und einen Drachen steigen zu lassen?
Am meisten Spaß macht es, wenn der Windvogel dann auch noch in der eigenen Werkstatt oder am Küchentisch entstanden ist. Wir kennen alle die Geschichten von unseren Großeltern, die gar keine andere Möglichkeit hatten, um zu so einem bunten Fluggerät zu kommen.
Es wurde verbaut, was der Haushalt hergab. Zeitungs- oder Paketpapier wurden mühsam mit Kartoffelkleister oder Leim auf ein Leistengerüst geklebt. Ein langer Drachenschwanz aus Bindfaden und Grasbüscheln, gefalteten Papierresten oder auch schon mal mit einem Schlüsselbund gaben dem Konstrukt die nötige Richtungsstabilität. An einer langen Hanfschnur durfte der Drachen dann in den Himmel aufsteigen.
Heute haben wir es viel einfacher, an geeignetes Baumaterial zu kommen. In Bau- und Gartenmärkten bekommt man eine Vielzahl von Schnüren und Rundhölzern. Wenn das ausgewählte Drachenmodell etwas größer werden soll, sind Bambusstäbe eine gute Wahl.
Buntes Bastelpapier oder Plastikfolien von Müllsäcken gibt es in allen Farben und Qualitäten, auch eine Rettungsdecke eignet sich gut zum Drachenbau.
Die benötigten Werkzeuge wie Schere, eine kleine Säge, Schleifpapier, Klebeband, Bastelkleber und ein Maßband finden sich sicher auch in jedem Haushalt.
Bastelpapier bietet die schönere Optik, ist aber aufwändiger zu verarbeiten. Da sich Drachen aus Papier für den Transport zur Drachenwiese nicht gut zerlegen lassen, ist dieses Material eher für kleinere Modelle geeignet.
Folien sind stabiler, gut zu schneiden und können mit Klebeband einfach zusammengefügt werden. Besonders beanspruchte Stellen werden mit Gewebeband verstärkt. Zum Transport können die Stäbe entfernt und der Drachen zusammengerollt werden. Auch bei einem Regenschauer wird der Windvogel nicht gleich zerstört.
Mit etwas mehr Aufwand kann man einen einfachen Drachen aus Ripstop-Nylon selber bauen. Das Baumaterial dafür gibt es in Drachenläden oder im Internet zu bestellen. Dazu benötigt man allerdings eine Nähmaschine und Grundkenntnisse in deren Bedienung. Wird, je nach Baumuster, eine Bestabung gebraucht, sind Kohle- oder Glasfaserrohre die erste Wahl. Eine große Auswahl von Steckverbindern, Schutzkappen aus Gummi und Pfeilnocken ermöglichen ein stabiles Gerüst, das einfach zusammen- bzw. auseinandergebaut werden kann.
Windvögel aus diesen Materialien sind leicht, formstabil und unempfindlich gegen Regen und Feuchtigkeit.
Ausführliche Baupläne für alle erdenklichen Drachenmodelle findet man in Drachenbüchern, Drachenmagazinen und selbstverständlich im Internet, z. B. auf Kite Plan Base oder der Homepage diverser Drachenprofis. Immer wieder werden auch Workshops von Drachenprofis angeboten, bei denen man unter fachkundiger Anleitung zu beeindruckenden Ergebnissen kommt.
Bastelaktionen auf zahlreichen Drachenfesten sind auch eine gute Möglichkeit, einen flugfähigen Drachen zu basteln. Hierbei werden einfache Kinderdrachen aus meist vorgefertigten Materialien mit Fluggarantie in wenigen Minuten hergestellt und gestaltet.
Sollte ein selbstgebauter Drachen einmal nicht so fliegen, wie erwartet, liegt es meistens nur an einer Kleinigkeit.

Auf den Drachenfesten, so wie hier in Möhnesee Theiningsen, sind immer ein paar Drachenprofis, die sich den Flieger mal ansehen und in der Regel auch zum Fliegen bringen. Wenn dann Wind und Wetter gut sind, steht einem gelungenen Drachentag nichts mehr im Weg. 
Wir freuen uns, wie jedes Jahr, auf die vielen Drachen, die den Herbsthimmel bunt machen.

Jürgen Kammler